„Brückenschlag“ im Kölner Westen

Die neue Belvederebrücke verbindet jetzt Müngersdorf und Vogelsang

Köln,

Köln, 12. Juni 2010. Am Samstag, 12. Juni 2010 hat Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters gemeinsam mit den Bezirksbürgermeistern Helga Blömer-Frerker (Lindenthal) und Josef Wirges (Ehrenfeld) sowie dem Initiator und Bauherrn Anton Bausinger die neue Belvederebrücke eröffnet. Die neue Fuß- und Radwegebrücke verbindet jetzt die bislang getrennten Stadtteile Müngersdorf und Vogelsang und rückt auch andere Stadtteile in bequem erreichbare Nähe: Junkerdorf, Lövenich und Widdersdorf im Westen, Braunsfeld, Ehrenfeld und Bickendorf im Osten.

An dem „Brückenschlag im Westen“ nahmen auch zahlreiche Bürger aus den umliegenden Stadtteilen teil, die jetzt von der neuen Fuß- und Radwegeverbindung profitieren.

Die Brücke befindet sich südlich der Ausfahrt „Widdersdorf/Lövenich“ des dort vierspurigen Militärrings. Sie schafft einen Übergang über diese Verkehrsader und die dreigleisige Bahntrasse. Fußgänger und Radfahrer müssen jetzt keine gefährlichen Umwege mehr auf sich nehmen, um zum Beispiel die Parks und Sportanlagen in Müngersdorf oder den Erholungsraum Grüngürtel zu erreichen oder umgekehrt den Gewerbe- und Landschaftspark TRIOTOP mit dem Wassermannsee, den Marktplatz oder die Sträßchen in Vogelsang. Auch die S-Bahn-Station Müngersdorf/Technologiepark ist jetzt viel besser erreichbar.

Belvedere – Schöne Aussicht

Namensgeber für die Belvederebrücke war die „schöne Aussicht“, die sie bietet: auf den Landschaftspark Belvedere und den Äußeren Grüngürtel im Westen sowie im Osten über den architektonischen anspruchvollen Gewerbepark TRIOTOP mit dem Wassermannsee zum Vogelsanger Kirchturm bis hin zum Kölner Stadtpanorama mit der Domsilhouette.

Die Konstruktion des rund 110 Meter langen Bauwerks, das aus vier je 20 Tonnen schweren Stahlelementen besteht, war relativ kompliziert. Der Müngersdorfer Grüngürtel liegt auf der Rheinterrasse, rund neun Meter oberhalb der Vogelsanger Seite. Deshalb musste dort zum Höhenausgleich ein aufwändiges Rampenbauwerk als Auf- und Abstiegsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer errichtet werden. Das Rampenbauwerk ist offen konstruiert und ermöglicht durch seine Transparenz eine sichere Nutzung. Gegenüber einem Aufzug hat die Rampe zudem den Vorzug, dass sie wesentlich wirtschaftlicher betrieben werden kann, weniger Vandalismus gefährdet und damit deutlich nachhaltiger ist.

Vom Anachronismus zur Win-Win-Situation

Die Idee zur Errichtung der Brücke geht im Grunde auf einen Anachronismus zurück. Als die Bauunternehmung Anfang der 2000er Jahre einen neuen Gewerbepark auf eigenem Grund und Boden östlich des Militärrings plante, stieß sie auf ein zunächst kaum lösbares Hindernis. Eine Rayonbestimmung aus der Preußenzeit gab nämlich vor, dass links und rechts des Militärrings ein freies Schussfeld bleiben müsse. Obwohl dies längst anachronistisch war, hatte die Stadt die Bau-Beschränkung noch 1988 bestätigt – und, ganz geschickt, die Möglichkeit eingeführt, sich von ihr für 500.000 Euro freizukaufen.

Schnell war im Hause Friedrich Wassermann die Idee eines Tauschgeschäftes geboren und – nach allerdings sehr langen Verhandlungen mit der Stadt Köln – schließlich auch der Weg für den Viadukt frei: Die Stadt erklärte sich zum Verzicht auf die Ablöse, zur Übernahme der Brücke nach Fertigstellung sowie zum Bau des erforderlichen Weges im Westen bereit.

„Ich dachte damals, wenn es schon solch einen Anachronismus wie die Rayonbestimmung gibt, machen wir was Sinnvolles draus: Eine klassische Win-Win-Situation für Bürger, Stadt und unser Unternehmen“, erklärte Anton Bausinger, Geschäftsführender Gesellschafter der Bauunternehmung Friedrich Wassermann, beim Festakt. „Die Bürger profitieren von der neuen Verbindung, die Stadt bekommt eine neue Brücke, die übrigens ein Mehrfaches der Ablöse gekostet hat, und wir konnten seit 2004 den Gewerbe- und Landschaftspark TRIOTOP realisieren, der bei den inzwischen rund 30 angesiedelten Unternehmen großen Zuspruch findet und durch die neue Brücke noch attraktiver wird.“

„Stadtreparatur“ schafft neue Verbindungen

Mit der Brücke sei darüber hinaus ein Stück „Stadtreparatur“ realisiert worden, denn sie greife die alte Wegetrasse von der Widdersdorfer Straße nach Müngsersdorf auf, die in den 1970er Jahren durch den Ausbau des Militärrings und die Bahn abgeschnitten wurde, ergänzte der Bauherr.

Oberbürgermeister Jürgen Roters würdigte in seiner Eröffnungsrede denn auch das kreative Unternehmertum der Kölner Traditionsfirma Friedrich Wassermann, deren Idee der Stadt Köln und – durch die Verbindung zweier Stadtteile und Erholungsräume – vor allem den Menschen im Kölner Westen zugute komme und die Lebensqualität verbessere.

Medienkontakt: Rolf Sewczyk, Fa. Friedrich Wassermann GmbH, Eupener Str. 74, 50933 Köln, T.: 0221-498 76-0, info@friedrich-wassermann.de

Die Friedrich Wassermann GmbH ist eine mittelständische Bauunternehmung mit über 100jähriger Tradition. Kerngeschäftsfelder des Unternehmens mit Sitz in Köln und einer Niederlassung in Meerbusch/Düsseldorf sind der Hoch- und Tiefbau sowie eigene Projektentwicklungen. Aufbauend auf die langjährige Erfahrung setzt das Unternehmen gezielt auf den Einsatz innovativer Technologien. www.friedrich-wassermann.de

Die Belvederebrücke – Zahlen und Daten

Zahlen:

  • Gesamtlänge: 107,32 Meter
  • 4 Stahl-Brückenelemente mit einer Länge von jeweils ca. 25 Metern
  • Stahlgewicht der Brückenkonstruktion ca. 103 Tonnen
  • mittlere Höhe ca. 8 Meter
  • Lagerung auf 5 Stahlbetonauflagern
  • Rampenbauwerk aus Stahlstützen mit Betonrampen und Betontreppen
  • Rampenlänge gesamt 156 Meter, Höhe 9,0 Meter

Daten:

  • April 2004: Angebot der Firma Friedrich Wassermann an die Stadt Köln zum Bau einer Brücke als Ablöse für die Rayonbeschränkung
  • Januar 2008: Ratsbeschluss zur Annahme des Angebotes der Firma Friedrich Wassermann
  • August 2009: Unterzeichnung der Kreuzungsverträge zwischen der Stadt, DB Netz AG und Landesbetrieb Straßen NRW
  • August/ September 2009: Sondierungsbohrungen durch den Kampfmittelräumdienst für die Fundamentarbeiten sowie Verbau- und Fundamentarbeiten für die Stützen
  • Oktober/November 2009: Umlegung einer Hochspannungsleitung durch die Deutsche Bahn
  • Februar bis Juni 2010: Errichtung des Rampenbauwerks im TRIOTOP
  • März/ April 2010: Einhub der Brückenpfeiler in die Fundamente
  • April/ Mai 2010: Einhub der Trogbrücke auf die Brückenpfeiler
  • Mai/Juni 2010: Herstellung der Wegeverbindung auf der Westseite und Anschluss an das vorhandene Radwegesystem durch die Stadt Köln
  • 12.06.2010: Feierliche Eröffnung der Belvederebrücke

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